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Acrylglas Wandbild von Zor.com

Produkte / Keine Kommentare / 4. Februar 2018

Ein gutes Foto gehört an die Wand

In der heutigen Zeit lungern viele wirklich gute Fotografien auf unseren Festplatten und gehen in der digitalen Sintflut förmlich unter. Die Halbwertzeit eines digitalen Fotos ist drastisch gesunken. Täglich prasselt eine riesige Menge an Fotos auf unsere Netzhäute. Eine Menge die gar nicht zu bewältigen wäre, würde man länger als ein paar Augenblicke über das Gesehene nachdenken. Den Effekt kennen sicher viele und insbesondere auf dedizierten Foto-Plattformen wird er spürbar. Das scrollen, liken und weiterscrollen im Sekundentakt – die Instagram Schleife.

Umso wertvoller sind die wenigen Fotos, die man dazu auserkoren hat, in den Druck zu geben. Im Idealfall in den Großformatdruck. Ich rede von Wandbildern. Fotos in einer Größe die sich nur mit einem gewissen Betrachtungsabstand ansehen lassen haben etwas Besonderes. Sie zwingen den Betrachter förmlich zu verharren. Es gibt kein Weiterscrollen, kleinste Details werden sichtbar… Thalamus und Großhirn tanzen Tango!

Die Wände in meinen Wohnungen nutze ich eigentlich schon immer als Präsentationsfläche für meine Fotos. Die Poster aus dem Jugendzimmer wichen irgendwann großformatigen Ausbelichtungen der eigenen Fotos und mittlerweile gibt es eigentlich kaum ein Bild an den Wänden meiner Wohnung, das nicht aus einer meiner Kameras kommt. Das heißt nicht unbedingt, dass ich selbstverliebt und größenwahnsinnig bin. Es gibt zahlreiche Fotografien die den meinen wolkenkratzerhoch überlegen sind. Doch ich will mich mit meinen Fotos umgeben. Fotos in denen ich meine eigene Stimmung transportiere und in die ich viel Zeit, Geld und Arbeit gesteckt habe. Wenn sie schon im digitalen Äther untergehen, dann lasse ich zumindest ein paar wenige von ihnen in meinem kleinen Kosmos aufleben. Im ordentlichen Holzrahmen und mit Passepartout.

Ich liebe einfach den Glanz der Gläser, der Verläufe und Kontraste so schön betont. Ein Grund weshalb ich bislang auch mit Wandbildern aus Alu DiBond, Forex (Hartschaumplatte) oder Leinwand einfach nicht warm werde. Es fehlt mir meist an Brillanz. Doch was ist mit Bildern hinter Acrylglas? Das müsste doch genau “mein Ding” sein? Und ja, das ist es. In jeder Galerie springen mir zuerst die hinter Acrylgläsern kaschierten Fotografien ins Auge. Preislich sprechen wir hier natürlich von einem deutlich teureren Verfahren, als einen Posterdruck der in einem (wiederverwendbarem!) Holzrahmen eingebracht wird. Meine Stammanbieter Saal Digital und Whitewall sind mir einfach zu teuer, zumindest was Wandbilder betrifft.

Seit einem knappen Jahr hört man immer wieder vom belgischen Anbieter ZOR.com, der sich auf Wandbilder spezialisiert hat und konkurrenzlos günstige Preise anbietet. Das musste ich testen und welches Bild eignet sich hierfür besser, als eines meiner absoluten Lieblingsbilder von der alten Seebrücke in Zingst. Satte Farben, sanfte Farbverläufe – dieses Bild braucht Drama, Baby GLANZ!

Hinweis
Das Wandbild wurde mir teilweise von ZOR zur Verfügung gestellt. Den Hauptanteil (65% des Preises) habe ich jedoch selbst bezahlt. Ebenso wurden mir keine Bedingungen gestellt oder etwa Texte vorgegeben. Bei diesem Review handelt es sich zu 100% um meine eigene Meinung. Es sind keine geschönten, blumigen Worte und auch die Nachteile bleiben nicht unerwähnt.

Ich hatte bereits einige Testberichte zu ZOR gesehen/gelesen und die waren sehr vielversprechend. Gute Qualität, günstiger Preis und lediglich kleine Problemchen mit Versand oder Verpackung. Ein Trade-Off den ich (je nach Zweck) gerne eingehe, wenn ich dafür gute Prints für einen adäquaten Taler bekomme. Ich freue mich auch, dass ein Anbieter diesen Weg geht. Denn außerhalb der Foto-Szene ist es einfach nicht leicht, die wirklich knackigen Preise zu rechtfertigen. Freunde, Verwandte und Kunden verstehen nicht, wieso ein höchst professioneller Druck wie man ihn von Whitewall erhält so teuer sein muss (und ja, für die Qualität und den Service MUSS der Preis so hoch sein). Ich sehe in ZOR einen Anbieter, der den Consumer-Bereich mit sehr ordentlichen Wandbildern beliefern kann und wieso sollte ich das nicht unterstützenswert finden: das ist DER Ausweg aus der digitalen Bilderflut und hin zu mehr hochwertigen Prints an den Wänden der breiten Masse.

Um es an dieser Stelle schon vorwegzunehmen: ich bin begeistert! Das Wandbild hat eine wirklich gute Qualität und mein Foto der alten Seebrücke könnte kaum besser zur Geltung kommen. Für diesen Preis ist das wirklich eine Riesen Leistung!

 

Bestellvorgang & Lieferung

Da ZOR sich rein auf Wandbilder spezialisiert, kommt die Website sehr klar und aufgeräumt daher. Man könnte kritisieren, dass die Website per default auf französisch eingestellt ist und die Änderung leider nicht abgespeichert wird. Etwas ärgerlich, aber nichts, was sich nicht in 2 Klicks abstellen lässt (leider nur halt bei JEDEM Besuch). Angeboten werden Wandbilder als Forex (Hartschaumplatte), Alu DiBond und auf Acrylglas.

Nach der Auswahl des Materials geht es auch gleich schon los. Das Foto wird hochgeladen und die Größe des Wandbildes ausgewählt. Neben den Standardgrößen (div. Größen in 3:2, 4:3 und Panorama 2:1, 3:1) gibt es auch die Möglichkeit individuelle Sondergrößen zu bestellen. Hierbei muss ich lobend erwähnen, dass der Preis für einen solchen Sonderdruck direkt angezeigt wird. Sehr transparent!

GrößeSeitenverhältnisPreis
XS: 30*20cm3:23,99 €
S: 45*30cm3:211,99 €
M: 60*40cm3:219,99 €
L: 90*60cm3:243,99 €
XL: 120*80cm3:277,99 €
M: 40*30cm4:310,99 €
L: 80*60cm4:339,99 €
XL: 100*80cm5:464,99 €
S: 30*30cm1:18,99 €
M: 40*40cm1:113,99 €
M: 60*30cm2:114,99 €
M: 120*40cm3:140,99 €
L: 120*60cm2:164,99 €
Stand: 19.01.2018

 

ZOR versendet die Wandbilder aus Belgien per DPD. Entsprechend fallen die Versandkosten etwas höher aus. Wenn man jedoch bedenkt, wie groß die Wandbilder werden können, sind die Preise meiner Meinung nach gerade im Rahmen (schönes Wortspiel…). Sparen lässt sich bei der Lieferung in einen der über 5.000 DPD Paketshops, denn Lieferungen an eine Hausadresse sind nicht unerheblich teurer. Das mag erst einmal komisch erscheinen, doch ich denke, dass ZOR durch die höhere Zustellquote bei der Lieferung an Paketshops die Supportkosten gering halten kann. Rückläufer und Diskussionen sind immer sehr kostspielig und auch DPD wird diesen Vorteil geldwert an ZOR fließen lassen.

GewichtLieferung an DPD FilialeGewichtHauslieferung
bis zu 0,5kg5,99 €bis zu 2kg9,95 €
0,5-1kg6,99 €2-4kg15,95 €
1-2kg7,99 €4-7kg17,95 €
2-3kg8,99 €7-10kg19,95 €
3-5kg10,99 €10-14kg39,95 €
5-7kg13,99 €14-22kg44,95 €
7-10kg14,99 €22-26kg49,95 €
10-15kg19,99 €26-30kg59,95 €
15-22kg35,99 €über 30kg69,95 €
22-26kg40,99 €
26-30kg49,99 €
über 30kg59,99 €
Stand: 19.01.2018

 

Da ZOR in Belgien ansässig ist, hatte ich eigentlich mit einer etwas längeren Lieferzeit gerechnet, als ich sie von Saal Digital oder Whitewall kenne. Ich habe mich geirrt. Freitag Vormittag bestellt, Montag Vormittag die Versandbestätigung und schon am Mittwoch Vormittag kam das Paket im örtlichen Paketshop an. Das ist ordentlich!

Das 90*60cm große Wandbild kam sicher verpackt in einem ausreichend großen Karton. Eingepackt in Luftpolsterfolie, die Ecken mit Schaumstoff geschützt und verrutschsicher im Karton befestigt, kam das Acrylglas ohne Beschädigung bei mir an. In anderen Berichten habe ich gelesen, dass Bilder verbogen ankamen. Entweder hatte ich diesbezüglich Glück oder ZOR hat zugehört und nachgebessert. Es kann aber auch einfach daran liegen, dass ich hier nicht das größte Format (120*80cm) bestellt hatte. Unerwähnt möchte ich auch nicht lassen, dass die Luftpolsterfolie mittig und auf der Vorderseite des Bildes aufgerissen war. Ein kleiner Schock beim Öffnen des Pakets, denn eine Macke genau in der Mitte des Bildes würde das Bild unbrauchbar machen. Nach dem Abziehen der Schutzfolie kam jedoch die Erleichterung: es war absolut nichts zu sehen. Das Acrylglas war in absolutem Top-Zustand.

Wäre ich großer Pixelpeeper würde ich vielleicht auch noch kritisieren, dass es vereinzelt kleine Bereiche am Rand gibt, wo der Druck nicht gehalten hat. Man muss aber schon genau hinsehen und das Bild gegen eine Lichtquelle halten, um die Fehler zu sehen. An der Wand fällt das nicht auf. Ich denke wir haben hier genau den kleinen Qualitätsunterschied zu den höherpreisigen Anbietern. Doch ich muss noch einmal wiederholen: das ist Jammern auf hohem Niveau, kein Consumer würde das beanstanden. Einen Nachteil möchte ich aber nicht verschweigen. Die Druckschicht ist relativ dünn was dazu führt, dass meine Klebepads (siehe Aufhängung) durchschimmern. Das ist wirklich ärgerlich und trübt den fantastischen Druck. Die Erfahrung wird zeigen, wie gut sichtbar das bleibt, wenn das Bild erst einmal an der Wand hängt. Dennoch wäre eine etwas dickere Lackschicht auf der Druckseite angebracht. Ob die von ZOR angebotenen Klebepads auch durchscheinen kann ich nicht sagen.

 

Softproof / Farbmanagement / Monitorkalibrierung

Vielleicht für den Consumer eher uninteressant, für den Profi jedoch ein absolutes MUSS ist das sogenannte Softproofing. Damit lässt sich der Druck am Computer simulieren und überprüfen, ob die Farben auf dem gewählten Material denen des digitalen Originals ebenbürtig sind. Voraussetzung ist natürlich ein kalibrierter Monitor, denn wenn der bereits die Farben falsch anzeigt, ist nichts mehr zu retten.

Christian Ohlig von Eizo hat auf der Adobe FotoNacht 2016 einen schönen Vortrag über die Monitorkalibrierung gehalten. 25min geballtes Farbmanagementwissen und das auch noch gespeichert auf YouTube. Muss man gesehen haben, wenn man farbecht arbeiten will.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=JLIVhwUdTGg

 

Doch zurück zu ZOR und dem Softproofing. ZOR bietet für alle 3 Materialien ICC Profile an, die es ermöglichen den Druck vorab zu simulieren. Es handelt sich dabei um CMYK Profile, sehr typisch für die Druckvorstufe und leider leider leider damit nicht in Lightroom nutzbar (bitte Adobe, passt das doch irgendwann einmal an). Ein Softproofing für ZOR geht entsprechend nur über Photoshop. In meinem Fall ist das kein Problem, da meine Landschaftsfotografien immer auch durch Photoshop gehen und ich Lightroom hauptsächlich für die erste Entwicklung nutze.

Die Farbprofile und auch eine bebilderte Anleitung dazu gibt es auf der Website von ZOR. Bei meinem Zingst Foto musste ich ein paar Korrekturen vornehmen, damit die Darstellung auf dem verwendeten Papier so zur Geltung kommt, wie ich es bei der ursprünglich Bearbeitung vorgesehen hatte. Mit einer Helligkeitsanpassung über Kurven und einer leichten selektiven Farbanpassung war das aber relativ flott erledigt. Auch kann ich vermelden, dass der Softproof ziemlich genau am gelieferten Bild liegt. Helle und dunkle Bereiche passen und auch die Farben sind so, wie ich sie erwartet habe. Nichts ist ärgerlicher, als ein großformatiger Fehldruck von einem Foto, an dem man mehrere Stunden gefeilt hat.

Für die Kalibrierungsfreunde: Mein Monitor ist mit einem mittlerweile recht alten Spyder3Pro von DataColor und folgenden Parametern kalibriert.

  • Weißpunkt: 5800K
  • Helligkeit: 120cdm
  • Gamma: 2.2

 

Aufhängung

Ein meiner Meinung nach gerne vernachlässigter Punkt beim Wandbildkauf ist die Frage nach der Aufhängung. Denn eines muss einem vorab klar sein: ein Wandbild in Alu DiBond oder hinter Acrylglas braucht eine spezielle Aufhängung. ZOR bietet hierfür nur ein Produkt an. Bei den 3M Command Strips handelt es sich um Industrieklett mit erhöhter Tragkraft. Mir persönlich ist das jedoch zu platt. Ich möchte die Bilder schwebend an der Wand anbringen. Das hatte ich bereits in einigen Galerien so gesehen und der Bildeindruck ist unglaublich schön. Auch soll die Aufhängung nicht sichtbar sein. Löcher im Wandbild oder Halterungen außerhalb des Bildes lenken zu sehr vom eigentlichen Bild ab. Als Lösung kommt dann eigentlich nur ein Produkt in Frage: Spiegelbleche

Man erhält die Spiegelbleche insbesondere auf Amazon zu sehr günstigen Preisen von unter 10€. Um sicher zu gehen, wählte ich speziell für Alu DiBond konzipierte Klebepads die das Bild 1cm von der Wand bringen und gleichzeitig Abstandshalter für den unteren Teil des Bildes mitbringen. Mit einer Tragkraft von 9kg ist man auf der sicheren Seite und das Bild kann ganz regulär an 2 Nägeln oder Schrauben in der Wand angebracht werden. Leider schimmern die Klebepads etwas durch die sehr dünne Druckschicht. Sehr ärgerlich!

 

Bildqualität

Wie ich oben bereits angerissen habe… ich bin wirklich begeistert. Die Qualität des Drucks ist wirklich gut. Die Schärfe, die Farben, alles so, wie ich es erwartet habe. Durch das 4mm dicke Acrylglas bekommt das Foto einen ordentlich Glanz und wirkt äußerst hochwertig. Da das Foto plan auf die Rückseite des Acrylglases kaschiert wurde, kommt es noch viel edler daher, als ich es von meinen Holzrahmen mit Glas gewohnt bin. Denn hier haben wir ein absolut perfekt anliegendes Foto. Natürlich sind Fotos hinter Acrylglas – wie verglaste Holzrahmen – nicht vor Spiegelungen gefeit. Dem sollte man sich vorab bewusst sein und sollte Acrylglas nur wählen, wenn die Räumlichkeit es entsprechend zulässt.

Das Foto hatte ich 2016 mit meiner Fuji X-E2 und einem Samyang 12mm f/2.0 gemacht und nur leicht gecropped. Letztendlich haben wir hier bei 90*60cm eine effektive Auflösung von 138dpi. Bei normalem Betrachtungsabstand also vollkommen ausreichend. Treppchenbildung?! Oh contraire! Es ist schon wirklich faszinierend, in welcher Schärfe und Detailgetreue wir heutzutage Fotos produzieren können. Genau deshalb gilt heutzutage mehr denn je…

Ein gutes Foto gehört an die Wand

 

Fazit & Wünsche

Abschließend kann ich sagen, dass ich für mich ein neues Lieblingsmaterial gefunden habe. Acrylglas ist für mich der neue Standard. Auch bin ich sehr zufrieden mit der Leistung die ZOR für einen sehr guten Preis anbietet. Die Lieferung war schnell, die Verpackung gut, die Druckqualität bis auf kleinste Kratzer im Randbereich überragend und der Bestellvorgang einfach. Hochwertige Prints sind endlich im Consumer Bereich angekommen.

Meine Wunschliste fällt entsprechend gering aus. Ich wünsche mir eigentlich nur eines: ein weiteres Material. Alu DiBond hinter Acrylglas. Saal Digital nennt das GalleryPrint und bei WhiteWall bekomme ich gar kein direkt bedrucktes Acrylglas. Die Vorteile liegen auf der Hand. Zum Einen sind noch größere Drucke möglich ohne dass die Stabilität darunter leidet und zum Anderen ist der Druck sehr viel besser geschützt. Beim direkt bedruckten Acrylglas läuft man (solange das Bild noch nicht hängt) stets Gefahr, dass der Druck abblättert oder angekratzt wird. Je nachdem wie dick und blickdicht die Druckschicht ist, kann es auch passieren, dass die Klebepads der Aufhängung durchscheinen. Das ist natürlich besonders ärgerlich, denn nichts trübt einen schönen Druck mehr als 2 große durchscheinende Flecken :-/ Da ZOR aber sowohl Alu DiBond als auch Acrylglas anbietet, kann ich mir vorstellen, dass ein solches Kombiprodukt vielleicht bald im Online Shop zur Auswahl steht.

 

Weiterführende Links

Wandbilder auf Acrylglas von ZOR.com

3-teilige Videoreihe über div. Wandbildarten von Lyonel Stief

 

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