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Eilean Donan Castle

Locations / Keine Kommentare / 2. Februar 2018

Mit dem Eilean Donan Castle verbinde ich eine gewisse Hassliebe. Während das Schloss und seine lange Fußbrücke unumstritten faszinierend und mystisch ist, ist es die am meisten fotografierte und besuchte Burg in ganz Schottland. Das liegt unter anderem an der Lage. Vor den Toren der beliebten Isle of Skye und auch noch direkt an der A87 gelegen, kommt hier jeder Reisende unweigerlich vorbei. Die Burg ist bereits von Weitem zu sehen und der Besuch nur eine kurze Abbiegung auf den gefüllten Parkplatz entfernt.

Die Burg, die im 12. Jahrhundert gebaut wurde und wie so viele alte Gebäude zahlreiche Clan-Kriege mitbekommen hat, beherbergt heutzutage ein Museum. Das perfekte Touristenziel. Einfach zu erreichen, die Historie wird in Flyern und Plakaten vorgekaut und ist leicht zu verdauen. Nichts für mich. Da aber in der näheren Umgebung nichts wirklich Spannendes zu sehen ist, bleibt Eilean Donan für mich ein Spot auf der Durchreise und das heißt: ich komme nicht zu meinen liebsten Zeit an. Suboptimales Licht und Menschentrauben – ein fotografischer GAU.

Doch was ist dann eigentlich so besonders an der kleinen Burg? Wieso nicht einfach links liegen lassen und den Rest Schottlands genießen? Wenn man die Menschenmassen ausblendet (und wie ließe sich das besser anstellen, als mit fotografischen Mitteln…), dann fängt dieser Ort an eine gewisse Mystik aufzubauen. Eine kleine Gezeiteninsel. Benannt nach einem gälischen Priester der im 6. Jahrhundert die Pikten Westschottlands zum Christentum bekehren wollte. Direkt am Übergang von Loch Duich zu Loch Alsh gelegen und bei Flut nur über die sehr junge Fußbrücke zu erreichen. Bis zum frühen 20. Jahrhundert war die kleine Insel bei Flut komplett abgeschnitten vom Festland. Eine ideale Festung und somit natürlich idealer Rückzugspunkt für die Größen Schottlands. Robert the Bruce, die Clans Mackenzie, Macrae und MacLennan, die Jakobiter….

Fotografiert habe ich ganz unspektakulär, während einer kurzen Erfrischungspause auf dem Weg vom schottischen Festland zur Isle of Skye. Vielleicht 50m entfernt vom parkenden Auto bei leichtem Niesel. Die Gezeiten waren leider nicht mit unserer Reiseroute synchron – das Eiland also leider nicht von Wasser umschlossen, sondern eingebettet in Schlamm und Morast und zu guter letzt natürlich belagert von zahlreichen Touristen in Outdoorkleidung mit Signalfarben. Doch was in der Realität ernüchternd und trübsinnig erscheint, lässt sich in der fotografischen „Erinnerung“ idealisieren. Die Regenbogen-Touristen werden heraus retuschiert, der Schlammboden im Vordergrund aufgeräumt und dramatisiert. Was übrig bleibt ist das Besondere dieses Ortes und das typische schottische Wetter.

Kameradaten:
Fujifilm X-T2 | Fujinon 18-55mm f/2.8-4.0 | 30mm | f/9 | ISO200 | 1/40 – 1/320s (HDR)

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